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Ewiges Diskussionsthema: Amalgam

 

Amalgamfüllungen werden seit vielen Jahrzehnten eingesetzt und haben sich rückblickend nach Ansicht vieler Zahnärzte im wesentlichen bewährt. Ihre Vorteile sind, dass sie sich schnell und unkompliziert legen lassen, Verarbeitungsfehler kaum eine Rolle spielen und vor allem recht preisgünstig sind. Nachteile sind schlechte Dimensionsstabilität und Korrosionsanfälligkeit. Nicht ganz ohne Grund ist Amalgam, das ist im wesentlichen eine Silber – Quecksilber – Verbindung ist (weiterhin sind Zinn, Kupfer und Zink enthalten), in den letzten Jahren als Füllungswerkstoff wiederholt in Frage gestellt worden. Ursache war und ist die Tatsache, das entsprechend Größe und Anzahl der Füllungen kontinuierlich (anorganisch gebundenes) Quecksilber freigesetzt wird. Es konnte nicht ausgeschlossen werden, dass dieses durch im Darm vorhandene Bakterien in hochgiftiges organisches Quecksilber umgewandelt wird, welches dann Organismus und Darmflora schädigt bzw. sich in verschiedenen Geweben und Organen anreichert.

So gab man selbst im sonst zurückhaltenden Bundesministerium für Gesundheit (BMG) schon vor Jahren die Empfehlung, bei Schwangeren, Stillenden, Kleinkindern und Nierengeschädigten auf diesen Werkstoff zu verzichten.

Warum wird soviel über Amalgam gesprochen?
Durch Kauen lösen sich im Laufe der Zeit feinste Bestandteile der Amalgamfüllung und gelangen so in Magen-Darm-Trakt. Viele Mediziner behaupten, dass durch das Quecksilber bei immer mehr Menschen Krankheiten auftreten und raten daher, auf Amalgamfüllungen zu verzichten.
Es sollte hier allerdings darauf hingewiesen werden, dass eine generelle Schädigung des Organismus durch eine Amalgamfüllung bisher nicht direkt nachgewiesen werden konnte. Bitte bedenken Sie, dass wir teilweise mit unserer Nahrung (z.B. Fisch) mehr Quecksilber zu uns nehmen als uns lieb ist.
Sprechen Sie also mit Ihrem Zahnarzt und lassen Sie sich beraten.

Hat Amalgam auch Vorteile?
Ja. Zum Ersten sind sie preiswert, deshalb werden die Kosten auch von den Krankenversicherern voll getragen. Zum Zweiten besitzen Amalgamfüllungen auch eine funktionelle Komponente im Seitenzahnbereich. Dort wird im Laufe unseres Lebens Schwerstarbeit geleistet, deshalb müssen die Seitenzähne größten Belastungen standhalten. Amalgam als Füllungswerkstoff erfüllt die Ansprüche, wenn auch nicht für die Ewigkeit doch zumindest über viele Jahre
.

 

Wissenschaftliches zu Quecksilber:

Überblick

Quecksilber kommt in verschiedenen Formen vor:
- als erstaunlich ungiftiges Metall
- als hochgiftige Ionen ("anorganisches" und "organisches" Quecksilber)
- als hochgiftiger Dampf

Quecksilber reichert sich zunächst in verschiedenen Organen an, vor allem in der Niere. Es wird aber von dort relativ zügig wieder ausgeschieden und bildet keine "Depots".

Geringe Mengen des aufgenommenen Quecksilbers gelangen ins Gehirn und verbleiben dort. Über Menge, Herkunft und Auswirkungen dieses gespeicherten Quecksilbers liegen erst sehr wenige Erkenntnisse vor.

Akute Quecksilber-Vergiftungen äußern sich je nach Quecksilberart und -quelle als Nierenschäden, Nerven- und Gehirn-Beeinträchtigungen und/oder Hauterscheinungen

Aus Amalgamfüllung entstehender Abrieb ist ziemlich sicher harmlos. Die Bedeutung der geringen aus Amalgamfüllungen austretenden Quecksilberdampfmengen ist umstritten - manche Messergebnisse passen nicht zu den tatsächlich beobachteten Verlusten an den Füllungen selber.

Quecksilber in der Natur                                                                                

Die jahrelange Diskussion um das Füllungs-Amalgam hat vollkommen vergessen lassen, woher das Quecksilber in der Umwelt kommt, insbesondere im Meer. (Haben die Zahnärzte jetzt schon die Meere verseucht?) Die Hauptquelle für Ihre persönliche schleichende Quecksilber-"Belastung" bzw. "Vergiftung" ist die Verbrennung von Steinkohle!

1 Tonne Steinkohle enthält etwa 1 Gramm Quecksilber

Durch die Verbrennung von Steinkohle entweichen zur Zeit jährlich (!) mehrere tausend (!!) Tonnen (!!!) Quecksilber in die Luft und rieseln weltweit nieder, vor allem in die Meere.
Quelle: Jeder Brockhaus etc.!

In den USA und in Europa haben die Kohlekraftwerke Filter, aber bereits im Balkan ist es damit vorbei! Fast die Hälfte der Kohleverbrennung weltweit findet jedoch - hier weitgehend unbekannt - sozusagen "natürlich" in China statt, wo im Norden seit vielen Jahren riesige Kohleflöze direkt unter der Humusschicht in gigantischen Schwelbränden langsam abbrennen, die nicht zu löschen sind.
Quelle: gelegentliche Meldungen in der SZ, Spektrum d. W.

Also: Viel Seefisch essen = hohe Quecksilber-Belastung.
Das erklärt auch, warum Schweden und Japaner im Schnitt bis zu 20x so viel Quecksilber im Urin ausscheiden wie Alpen-Bewohner.

Vier Arten von Quecksilber:                                                                          

Quecksilber kann auf vier Arten mit Ihrem Körper in Kontakt kommen:
- als metallisches Quecksilber
- als Quecksilber-Dampf
- als "anorganisches" Quecksilber (sozusagen Quecksilber-Rost)
- als "organisches" Quecksilber (Verbindung von Quecksilber mit organischen Verbindungen)

Metallisches Quecksilber

Metallisches Quecksilber wird praktisch nicht aufgenommen: Weniger als 0,01% der verschluckten Menge wird im Darm resorbiert.
Quelle: Bertram HP; Spurenelemente-Analytik, ökotoxikologische und medizinisch-klinische Bedeutung; Urban & Schwarzenbeck (1992)
Wenn es nicht schon bei Raumtemperatur Quecksilberdampf absondern würde, könnten Sie es wohl gefahrlos tassenweise trinken: Volksstämme in Borneo (Sarawak) trinken Quecksilber zur Initiation: Es "plumpst" wieder heraus. Vor Entdeckung der Antibiotika wurden Quecksilber-Präparate teilweise so reichlich verwendet (vor allem gegen Syphilis), dass sich die Haut Bronze-artig verfärbte: Das war zwar bestimmt nicht gesund, aber keinesfalls sofort tödlich.
Amalgam-Füllungen:
Sämtliche Amalgam-Bröckchen oder Füllungsteile die Sie verschlucken, fallen unter "metallisches Quecksilber" und sind harmlos - das sehen auch aufgeklärtere Amalgamgegner so.

Quecksilber-Dampf

Metallisches Quecksilber verdampft bereits bei Raumtemperatur in nennenswerten Mengen. Quecksilberdampf ist hochgiftig. 0,1 Milligramm in 1 Kubikmeter Luft sind bereits tödlich. Im Mittelalter wurde Gold mit Quecksilber aufgelöst und die entstehende Paste zum Vergolden benutzt: Beim starken Erhitzen verdampfte das Quecksilber. Allein beim Vergolden der Mailänder Kathedralenspitze sind dutzende Arbeiter mehr oder weniger sofort (binnen Tagen) gestorben.
Quecksilberdampf wird in den Lungen zu etwa 80% resorbiert.
Quelle: Agocs, Clarkson, Ambre, Becker, Borak et al.; Mercury toxity; Am. Fam. Phys. 46(6) 1731-1744 (1992)
Quecksilberdampf kann die ansonsten schwer passierbare Blut-Hirn-Schranke offensichtlich besser passieren als anorganisches oder organisches Quecksilber.
Quelle: Buchet, Lauwerys; Influence of DMPS on the mobilization of mercury from tissues of rats pretreated with mercuric chloride, phenylmercury acetate or mercury vapors; Toxicology 54(3) 323-333 (1989)
Amalgam-Füllungen:
Obwohl die Quecksilber-Atome im Amalgam von anderen Atomen "umzingelt" sind, kann im Mund Quecksilber auf drei Arten verdunsten:
- wenig bei der Herstellung der Füllung
- deutlich beim Herausbohren, vor allem wenn mit mangelnder Wasserkühlung gearbeitet wird.
- äußerst wenig während der normalen Lebensdauer der Füllung
Dieser letzte Punkt ist in den letzten Jahren in den Mittelpunkt des Interesses geraten, vor allem weil die WHO überraschend hohe Zahlen als durchschnittliche Belastung angegeben hat.

"Anorganisches" Quecksilber

Mit anorganischem Quecksilber sind Quecksilber-Salze oder -Oxide ("Rost") gemeint. Sie verhalten sich etwa wie Kochsalz zu Natriummetall, also ganz anders als metallisches Quecksilber: Sie sind unterschiedlich gut löslich in Wasser.
Anorganisches Quecksilber wird im Darm zu 2 - 50% aufgenommen.
Quelle: von Mühlendahl; Die Feer´sche Krankheit; Monatsschr. Kinderheilkunde 139 (4) 224-227 (1991)
Die häufigste Quelle sind Selbstmordversuche von chemisch vor- oder halbgebildeten Personen und Vergiftungsfälle (teilweise Massenvergiftungen), wenn mit Quecksilbersalzen behandeltes Saatgut irrtümlich zu Brot verarbeitet wird.
Amalgam-Füllungen:
Da Quecksilber physikalisch gesehen beinahe ein Edelmetall ist, oxidiert ("rostet") es im Mund praktisch nicht. Das Oxidationsverhalten von im Körper aufgenommenem metallischen Quecksilber ist erst in Ansätzen erforscht; es scheint aber nur in sehr kleinen Menge oxidiert zu werden. Umgekehrt können wohl kleine Mengen anorganisches Quecksilber in metallisches Quecksilber umgewandelt werden.

"Organisches" Quecksilber

"Organisches" Quecksilber (auch Methyl-Quecksilber genannt) sind Verbindungen mit beliebigen organischen Verbindungen. Anders als das "anorganische" Quecksilber ist "organisches" Quecksilber häufig gut fettlöslich, es wird deshalb im Körper ganz anders abgelagert als das "anorganische".
Amalgam-Füllungen:
Eine Zeitlang wurde diskutiert, ob metallisches Quecksilber von bestimmten Bakterienarten in "organisches" Quecksilber umgewandelt werden kann. Die Diskussion hat sich jedoch verflüchtigt.

Welche Quecksilbermenge entspricht welcher Füllungsmenge?                  

Wenn sich Quecksilber aus den Füllungen löst, muss es dort verschwinden. So banal das klingt, scheint es doch in einigen Untersuchungen vergessen worden zu sein. Wenn es verschwindet, muss die Füllung
- entweder kleiner
- oder porös werden.
Sie können jeden Zahnarzt fragen: Er wird ihnen bestätigen, dass selbst urälteste Amalgamfüllungen unter der obersten Schicht hart und silbern wie am ersten Tag sind. Es gibt sonst durchaus solche Korrosionsvorgänge: Berüchtigt sind z.B. bestimmte Wurzelschrauben aus vergoldetem Messing: Das Messing wird in nur wenigen Jahren brüchig und porös wie ein Schwamm - etwas ähnliches haben wir bei Amalgamfüllungen noch nie erlebt.

Amalgam besteht zu 50 Gewichtsprozent aus Quecksilber und zu 50 Gewichtsprozent aus Metallstaub, vor allem aus Silber, Zinn und Kupfer.

Wenn Sie jemals eine Untersuchung über Amalgam lesen oder aber ein ganzheitlich tätiger Therapeut (egal ob Zahnarzt, Arzt oder Heilpraktiker) bei Ihnen selber eine Untersuchung durchführt, vergessen Sie bitte NIEMALS folgendes Verhältnis:

Amalgambelastung 1 µg (Mikrogramm) / Tag
ist gleichbedeutend mit mindestens (!!)
1 mm3 (Kubikmillimeter) Füllungsverlust in fünfzehn Jahren

Quecksilber-Depots im menschlichen Körper:

Nieren

Das größte "Depot" bildet sich in den Nieren: Ca. 50% des aufgenommenen anorganischen und organischen Quecksilbers sammeln sich zunächst in der Niere.
Quelle: Diamond, Klotzbach, Stewart; Complexing activity of DMPS and...; J. Pharmacol. Exp. Ther. 246(1) 270-274 (1988)
Der durchschnittliche Gesamtgehalt an Quecksilber in beiden Nieren beträgt ca. 15µg bei Amalgam-freien Leichen und ca. 130µg bei Leichen mit Amalgam-Füllungen (das entspricht dem gesamten Quecksilber von etwa 1/40 Kubikmillimeter Füllung - ist das viel?).
Quelle: Nylander, Friberg, Lind; Mercury concentrations in the human brain and kidneys in relation to exposure from dental amalgam fillings; Swed Dent J 11:179-187 (1987)

Andere Organe

Außer in den Nieren erhöht sich der Quecksilberspiegel bei Vergiftungen auch in folgenden Organen: Leber, Muskeln, Herz, Knochen, Milz, Hoden, Darm.

Gehirn

Einen Sonderfall bildet das Gehirn. Die Hirnhaut (Blut-Hirn-Schranke) ist für Quecksilber schwer passierbar - es gelangt schwer hinein und schwer wieder heraus.

Im Tierversuch drangen von einer Quecksilber-Dosis lediglich 0,02% in das Hirn ein (egal ob anorganisches oder organisches Quecksilber).
Quelle: Dock, Mottet, Vahter; Pharmacol. & Toxicol. 74(3): 158-161 (1994)

Trotzdem ließ sich bei Leichen mit Amalgam-Füllungen im Schnitt mehr Quecksilber im Gehirn nachweisen als bei solchen ohne Füllungen. Im Schnitt enthielt ein Gehirn 15µg Quecksilber, davon 3/4 als anorganisches Quecksilber. Zum Vergleich: eine Niere allein (etwa 10x so leicht wie das Gehirn) enthielt in der gleichen Untersuchung im Schnitt 65µg bei Amalgamträgern (über 40-fache Konzentration vgl. mit dem Gehirn).
Quelle: Nylander, Friberg, Lind; Mercury concentrations in the human brain and kidneys in relation to exposure from dental amalgam fillings; Swed Dent J 11:179-187 (1987)

Es gibt weiter eine Untersuchung von Gehirnen verstorbener Zahnärzte. In dieser wurden abartig hohe Werte z.B. in der Hypophyse gefunden (einem kleinen Hirngebiet). Allerdings finden sich keine Angaben darüber, ob diese Zahnärzte (die ja offensichtlich älter waren) wie früher üblich das frische Amalgam mit den Fingern geknetet haben, was die hohen Werte erklären würde.

Die Wirksamkeit von DMPS (Dimaval) zur Entgiftung des Gehirns ist zweifelhaft.
Quelle: ca. 20 Untersuchungen, Titel siehe Ruprecht; Dimaval-Monographie 69 (1997)

Gesicherte Quecksilberwirkungen:                                                                

Akute Vergiftung mit anorganischem Quecksilber

Direkt nach der Vergiftung kommt es zu Übelkeit, Würgereiz und Schluckbeschwerden. Später stehen Nierenschäden im Vordergrund: Zusammenbruch der Nierenfunktion bis hin zur Anurie (Harnversagen).
Quelle: Oster, Prellwitz: Die Pathobiochemie, Diagnose und Therapie der Metall- und Metalloidintoxikationen; Intensivmed. 22(3) 130-139 (1985)

Akute Vergiftung mit organischem Quecksilber

Da organische Quecksilberverbindungen fettlöslich sind, können sie weiter verteilt werden und z.B. Gehirn oder Plazenta erreichen. Deswegen äußern sie solche Vergiftungen vor allem mit gestörter Blutbildung und Störungen des Nervensystems (Miamata-Krankheit, "Holzpuppen"-Krankheit mit Unbeweglichkeit der Arme und Beine). Sie sind durch große Vergiftungsfälle in Japan gut erforscht. Sie kommen auch heute noch immer wieder in der "Dritten Welt" durch gebeiztes Saatgut vor.
Quelle: Arnold; Diagnostik und Monitorung von Schwermetallbelastungen. I+II; ZWR 105(10) 586-589; (11) 665-669 (1996)

Akute Vergiftung mit metallischem Quecksilber

Dies ist fast nicht möglich, außer man spritzt es direkt in die Blutbahn (was in Selbstmordabsicht gelegentlich vorkommt). Im Körper wird es nur sehr langsam abgebaut und bewirkt eine chronische subakute Vergiftung mit geringen Quecksilbermengen (siehe dort).

Akute Vergiftung mit Quecksilberdampf

Diese ereignen sich eher bei Industrie-Unfällen. Dabei kommt es vor allem zu Schädigungen der Atemwege (Atemnot, Lungenödem, Lungennekrose).
Quelle: Oster, Prellwitz: Die Pathobiochemie, Diagnose und Therapie der Metall- und Metalloidintoxikationen; Intensivmed. 22(3) 130-139 (1985)

Subakute Vergiftung mit Quecksilberdampf

Vor allem durch zerbrochene Quecksilberthermometer (Teppichböden) kommt es meist im häuslichen Bereich zu chronischen Vergiftungen. Frühsymptome sind: Zittern, Schleimhautveränderungen, Müdigkeit, Schlafstörungen, Speichelflußstörungen u.a.
Quelle: diverse Einzelfall-Schilderungen in der Literatur

Subakute Vergiftung mit Quecksilber

Die in der Literatur beschriebenen Fälle zeigen uneinheitliche Symptome. Meist stehen Nerven-Beeinträchtigungen oder -Schädigungen im Vordergrund. Auch Hauterscheinungen kommen vor: Zahnfleischverfärbungen, Nagelbettverfärbungen, Schuppenflechte. Häufige Ursache ist z.B. eine verschluckte Knopfzellen-Batterie oder die Anwendung von Quecksilber-haltigen Salben.
Quelle: diverse Einzelfall-Schilderungen in der Literatur

Ungesicherte Quecksilberwirkungen:

So gut wie jede Erkrankung wurde mit Quecksilber, insbesondere mit dem aus Amalgam (das aus Fischen und anderen Meerestieren ist ja wohl harmlos???), in Verbindung gebracht. Die verschiedenen Amalgam-Selbsthilfegruppen überbieten sich gegenseitig im Umfang ihrer Symptomlisten. Herausragend sind z.B. AIDS, Gebärmutter-Myome oder "Zellulitis" als Folge von Amalgam-Füllungen. Sie dürfen sich gerne dieser Listen bedienen um sich die passenden Symptome herauszusuchen (haben wir nicht alle ein bißchen Gedächtnisschwund und leiden wir nicht alle ein bißchen an Schlaflosigkeit?). Bitte haben Sie Verständnis dafür, daß ich hier keine solche Liste aufführe.
Besonders bemerkenswert ist, daß Zahnfüllungskunststoffe, die seit neuestem in die Kritik geraten, seltsamerweise die gleichen Beschwerden hervorrufen sollen. Die Symptom-Listen sind fast identisch. So was aber auch...

 


 

Fluor:

Fluoride sind einfache chemische Verbindungen, die durch geringfügige Veränderungen den Zahnschmelz wesentlich widerstandsfähiger gegen Karies machen.

Eine Vergiftung (selbst in leichter Form) ist mit Tabletten nur mit großer Mühe zu erreichen.

Wenn Fluoride zur Karies-Vorbeugung genommen werden, sollten die anderen Fluorid-Quellen sorgfältig geprüft werden:
- Leitungswasser
- Mineralwässer
- Zahnpasten

Meist sind diese allein völlig ausreichend, um den täglichen Fluorbedarf zu decken. - Schließlich muss man Kinder ja nicht dazu erziehen täglich Tabletten zu schlucken. Diese psychologische Aspekt sollte nicht außer Acht gelassen werden.

 

Was ist Fluorid?

Fluorid ist ein Salz. Salze sind einfache chemische Verbindungen aus einem Metall-Atom und einem Gas-Atom. Das bekannteste Salz ist das Kochsalz (Natrium-Chlorid), das dem in der Prophylaxe eingesetzten Natrium-Fluorid stark ähnelt. Allerdings unterscheiden sich beide enorm in der Wirkung.
Fluor ist eigentlich ein giftiges Gas, genauso wie Chlor. Als chemische Verbindung (Ionen) verhalten sie sich aber ganz anders. Das Chlor im Schwimmbad ist etwas ganz anderes als das Chlorid (=Kochsalz) im Meer! Es ist auch nicht richtig, eine "Giftigkeit" von Natrium-Fluorid zu vermuten und auf der anderen Seite Natrium-Chlorid für völlig harmlos zu halten.

 

Wie wirkt Fluorid?

Die Plaque-Flüssigkeit (Plaque=Zahnbelag) enthält u.a. Phosphat (PO4), das die Säure der Karies-Bakterien in Grenzen aufnehmen kann: Bei neutralem Milieu (pH-Wert 7) sind etwa 50% des Phosphats mit 2 "Säure-Einheiten" (H+) verbunden (als H2PO4), die anderen mit einer Einheit (als HPO4). Wenn durch Bakterien die Plaque langsam saurer wird, kann diese zweite Form des Phosphats noch zusätzliche Säureeinheiten aufnehmen (wegpuffern). Etwa bei pH-Wert 5 ist alles Phosphat mit 2 H+ versehen (100% H2PO 4). Ab jetzt wird es kritisch:
Da die Säure sich nicht mehr mit dem Phosphat verbinden kann, greift sie den Zahnschmelz an. Sie löst Calcium ("Kalk") aus seinem Hauptbaustein Apatit, woraufhin dieses wasserlöslich wird: Ein "Loch" entsteht.

Fluorid wirkt auf drei Arten:
- es macht Schmelz-Apatit säurefester
- es erleichtert die "Reparatur" des Apatits durch den Speichel
- es hemmt säurebildende Bakterien in der Plaque

Säurefestes Apatit

Fluor-Ionen (F-) tauschen sich gegen Teile des Apatits aus (Hydroxyl-Gruppen, OH-). Beide sind genau gleich groß (0,133 bzw. 0,132nm) und haben die gleiche Ladung. Selbst wenn nur 10% mit Fluorid ersetzt sind, wird das Apatit fester.

Erleichterung der "Zahnschmelz-Reparatur"

Bei leicht saurem Milieu im Zahnbelag (pH-Wert 5) ist die Menge an OH--Ionen, die zum Wiederaufbau des angegriffenen Apatits benötigt werden, im Speichel so gering, dass praktisch keines mehr gebildet wird. Wie oben beschrieben, könnte sich auch Apatit mit Fluorid-Ionen statt OH--Ionen bilden, wenn sie vorhanden wären.
Bei Fluorid-Anwendung ist die F--Konzentration ca. 5000x bis 10000x höher als die OH--Konzentration!!

Hemmung des Bakterienwachstums

Flour-Ionen (F-) hemmen ein bestimmtes Enzym (Enolase), das die Bakterien beim Abbau des Zuckers benötigen. Die Säureproduktion sinkt. In der Praxis kommt dieser Fluorid-Wirkung jedoch nur eine untergeordnete Bedeutung zu.

 

Was passiert, wenn man zu viel Fluorid einnimmt?

Für Kleinkinder ist ein halbes Gramm Fluorid tödlich. Das entspricht 2000 Tabletten - verglichen mit anderen Medikamenten ist Fluorid relativ harmlos.
Zum Vergleich: die etwa zehnfache Menge "ganz normales" Kochsalz ist für Kleinkinder ebenso tödlich!! Wissen Sie, wie viele Eltern ihre eigenen Kinder beinahe umbringen, weil sie ihnen nach dem Verschlucken von Haushaltsgiften noch das "gesunde" Volksmittel Kochsalzlösung einflößen?

Bei jahrelanger Überdosierung (20mg bis 80mg pro Tag - über 10 Jahre hinweg!) treten als erste Zeichen Dentalfluorose und später Knochenfluorose auf. Bei der Karies-Prophylaxe werden so hohe Werte nie erricht. Sie treten nur in der Industrie auf (Staub einatmen in der Kryolith-Verarbeitung) oder in Gebieten mit extrem hohem Fluorid-Gehalt im Grundwasser (z.B. in australischen Gebieten mit über 6mg/Liter).
Die Dentalfluorose zeigt sich in weißen Flecken auf dem Schmelz. Dort ist die Kristallstruktur des Apatits gestört, deswegen ist der Schmelz nicht mehr durchsichtig. Er ist dort aber nicht anfälliger für Karies, eher im Gegenteil.

Weiße Flecken wie bei der Dentalfluorose treten aber auch ohne erkennbare Ursache auf. Deswegen wurde angenommen, dass auch niedrigere Mengen von Fluorid weiße Flecken fördern, nur eben weniger. Dazu gibt es unzählige wissenschaftliche Untersuchungen, z.B. die von Schmeiser, Gülzow et al. 1996 in Hamburg, die 1844 Schülerinnen) zwischen 6 und 13 J. untersuchten und keinen statistischen Zusammenhang zwischen weißen Flecken und Fluorid-Gaben nachweisen konnten. In industriell stark Flourid-belasteten Gegenden im Südosten Sachsens fanden Hetzter, Klimm et al. 1997 keinen bedeutenden Unterschied in der Fluorose-Häufigkeit zwischen Kindern mit und ohne Fluorid-Prophylaxe. Reich fand 1996 bei bayerischen Schulkindern deutlich mehr Fluorose-Flecken bei Kindern mit Flourtabletten-Gabe als bei solchen ohne, stellte aber ausdrücklich fest, dass dies wohl auf zusätzliche unkontrollierte Flour-Einnahme (z.B. Schlucken der Zahnpasta - siehe unten, Mineralwässer - siehe unten) zurückzuführen war. 

 


 

Röntgen:

Sind Röntgenstrahlen radioaktiv?

Röntgenstrahlen haftet ein radioaktiver Ruf an, der aus den Gründerjahren der Atomforschung stammt:
Forscher stellten fest, dass "irgendetwas" von radioaktiven Atomen abgestrahlt wird. Sie hatten jedoch zunächst keine Ahnung, daß es manchmal Atomteilchen waren (Alpha- und Beta-Strahlen) und manchmal besonders energiereiche unsichtbare Lichtwellen (Gamma-Strahlen, zu denen auch die Röntgenstrahlen gehören).
Erstere können harmlose Materie selber radioaktiv machen, letztere niemals, sie können sie nur durchdringen.
Noch heute werden alle drei Strahlenarten mit demselben Warnschild gekennzeichnet.

Röntgenstrahlen sind nichts anderes als extrem kurzwelliges Licht. Sie können fast alle Materie mit Leichtigkeit durchdringen. Das Weltall ist voll mit Röntgenstrahlen - wir werden von der Erdatmosphäre davor geschützt, allerdings nur in den unteren Bereichen. Bereits auf Bergtouren steigt die Belastung stark.

 

Wie schaden Röntgenstrahlen?

Da Röntgenstrahlen unseren Körper durchdringen, können sie Moleküle spalten. Wenn gelegentlich ein Protein oder Kohlenwasserstoff zerstört wird, spielt das eigentlich keine Rolle - mit einer Ausnahme: Wenn unser Erbgut (die Chromosomen) getroffen wird. Beschädigte Chromosomen haben entartete Zellen zur Folge: Krebs oder missgebildete Babys.
Nun zerbrechen unsere Chromosomen auch so ziemlich oft, erst rechts unter Einfluss krebsauslösender Substanzen. Ganze Heerscharen von kleinen "Robotern" in den Zellen sind mit nichts anderem beschäftigt als der Reparatur unserer kostbaren Chromosomen.
Die Reparatur ist nur möglich, wenn die Chromosomen "aufgedröselt" sind. Während der Zellteilung sind sie jedoch zu extrem dicken (verglichen mit sonst) Würsten zusammengedreht. Deswegen ist Krebsgewebe, weil seine Zellen sich unaufhörlich teilen, mit Röntgen- und Gammastrahlen ("Kobalt-Strahlen") behandelbar: Es reagiert darauf viel sensibler als gesundes Gewebe.

Eine Zellenart ist jedoch besonders empfindlich: Die Eizellen in den Eierstöcken der Frauen. Sie sind extrem langlebig - sie sind nämlich alle bereits bei der Geburt vorhanden. "Alle" heißt: Das letzte Ei, dass irgendwann um 60 vor der letzten Periode "springt" war bei der Geburt der Frau schon im Eierstock vorhanden.
Zu allem Elend "parken" die Eizellen auch noch in der Zellteilungsphase, sind also für die Reparaturroboter schwer zu bedienen.

Zu den oft geäußerten Bedenken während der Schwangerschaft:
Ab dem dritten Monat ist alles "dran". Wenn eine Zahn-Röntgenaufnahme unumgänglich ist, ist das Risiko für Ihr ungeborenes Baby ungefähr auf das eines normalen Kindes herabgesunken.
Auf der anderen Seite möchte ich Sie ausdrücklich ermuntern, sich selbst bei den allerleisesten Zweifeln in der Frühphase (unsicherer Schutz und noch keine Periode als "Entwarnung") lieber zu "blamieren" - jeder (Zahn)arzt wird Verständnis haben.

 

Zahnärztliche verglichen mit natürlicher Röntgenstrahlung

Große Übersichtsaufnahmen ("Panorama-Aufnahmen") belasten den Körper nur ein Drittel so stark wie kleine Zahnaufnahmen. Das liegt an der Verwendung von dicken Filmkassetten mit Verstärkerfolien (die man leider nicht so klein herstellen kann, dass sie IN den Mund passen). Die mittlere Ganzkörperbelastung ist:

  • 0,006 mSv bei einem Zahnfilm
  • 0,002 mSv bei einer Panoramaaufnahme
  • 0,002 mSv bei 12 Stunden auf der Erde (!)
  • 0,002 mSv bei 10 Stunden im Gebirge (!)
  • 0,002 mSv bei 0,5 Stunden im Flugzeug in 11km Höhe(!)

Nach dem Bericht über "Umweltradioaktivität und Strahlenbelastung im Jahr 1996" betrug die Strahlenbelastung im gesamten Jahr 1996 (wie in den Vorjahren) 4 mSv. Davon stammen

  • 1,4 mSv von aus dem Erdboden aufsteigenden Gas Radon
  • 1,0 mSv aus dem Weltall oder aus Nahrungsmitteln
  • 1,6 mSv aus Nuklearmedizin und Röntgendiagnostik
  • 0,02 mSv aus Kernkraftwerken
Hier ist nicht aufgeschlüsselt, wie viel der 1,6 mSv auf Tumorbestrahlungen und wie viel auf Röntgenaufnahmen zurückzuführen sind (bei Tumorbestrahlungen werden 100- bis 1000-fach höhere Strahlendosen verwendet als bei Röntgenaufnahmen - aber natürlich wird nicht jeder bestrahlt).
(zitiert nach Süddeutsche Zeitung vom 30.9.97)

Erkrankungsrisiko

Das Risiko, durch eine Übersichtsaufnahme Krebs zu bekommen, ist relativ gut abzuschätzen und liegt bei

1 : 1 000 000.
Dieses Risiko ist gleich mit der Todes- oder Krebswahrscheinlichkeit durch:
  • 20 km Fahrrad fahren
  • 100 km Autofahren
  • 6000 km im Flugzeug fliegen
  • 1 Liter Bier trinken (!!)
  • 1 Zigarette rauchen (!!!)
(Quellen: "Strahlung und Strahlenschutz", Bundesamt für Strahlenschutz (BFS) 1993,
"Somatisches Strahlenrisiko in der Diagnostik und Therapie des Schädelbereiches" von K. Ewen und I. Lauber-Altmann 1987)

 

Auszugsweise zitiert aus Veröffentlichungen von Dr. Bertram Radelow - München

 

 

 


Unser Team steht Ihnen jederzeit für alle Fragen zur Verfügung

Bitte haben Sie dafür Verständnis, dass wir weder telephonisch noch über E-Mail Preisauskünfte geben können, da wir unsere Patienten individuell beraten möchten und daher nur nach eingehender Untersuchung und unter Zuhilfenahme von Röntgenbildern Heilkostenpläne erstellen.


 

 

 

 

Praxisgemeinschaft

Zahn-Art

Dr. Claudius Gossler & Dr. Renate Pellech

Pramergasse 28, A-1090 Wien     Tel.: +43 1 319 88 00

 

© by claudius gossler 2000